Von:
Matthias Biber

e-zuversicht.de

„Papa aufziehen- Ding-Dang“- so fordert mich mein zweijähriger Sohn Emil auf. Wir stehen vor einem Kirchturm. Ganz oben am Glockenturm ist das Zifferblatt der Uhr zu sehen. Zu Hause ziehe ich mit Emil oft unsere große Pendeluhr auf. Und wenn wir am Zeiger drehen, dann beginnt das Schlagwerk mit seinen Klängen. „Papa – Schlüssel“ –so drängt Emil weiter und zupft mich energisch an der Hose. Er glaubt, dass ich nur die Arme weit genug ausstrecken muss und mit dem Uhrenschlüssel von zu Hause diese Kirchturmuhr aufziehen kann. Diese unglaubliche Zuversicht verblüfft mich. Immer, wenn ich kindliche Zuversicht erlebe, fällt mir auf, dass sie mir selbst oft fehlt.

Vielleicht habe ich solche Zuversicht verlernt? Vieles nehme ich einfach hin und finde mich bequem ab. Die schlechten Ausbildungschancen sozial schwacher junger Menschen. Die Wirtschaftlichkeit als angeblich wichtigster Maßstab, um Dinge zu beurteilen. Dabei müsste ich es als Christ doch besser wissen. Als Christ darf ich grenzenlos zuversichtlich sein. Schließlich kann unser Herr Jesus alles bewegen und verändern. Mächtige Herrscher werden demütig, Reiche teilen, Schwache werden mitgetragen, Verzweifelte können ihr Leben neu orientieren. Alle Grenzen des Lebens, sogar den Tod, kann dieser Jesus Christus verändern.

Davon kann auch meine Zuversicht im Alltag leben. Ich weiß, es steht einer hinter mir, der stärker ist als ich. Mit dieser Zuversicht kann jedes, wirklich jedes Leben gelingen. Inzwischen hat Emil den Haustürschlüssel aus meiner Hosentasche gezogen. Er lacht und grinst mich an. Vielleicht kann er ja selbst die Kirchturmuhr aufziehen. Ich habe mir vorgenommen, ihn nicht davon abzuhalten. Vielmehr will ich versuchen, mehr aus der Zuversicht meines Glaubens zu leben.